IBM
Moderne Konstruktionssoftware steuerte eine wesentliche Grundlage der Entscheidung für den Wiederaufbau der Frauenkirche bei
Bereits 1991 wurde die PLM-Lösung (Product Lifecycle Management) CATIA, die IBM vertreibt und Dassault Systèmes entwickelt, von der Stiftung Frauenkirche Dresden als Konstruktionssoftware eingeführt. Die beauftragte Architekten- und Ingenieursgesellschaft IPRO Dresden konstruierte damit ein maßstabsgetreues 3D-Modell der gesamten Kirche. Basis für die Rekonstruktion waren dabei private Fotos aus der Vorkriegszeit sowie Augenzeugenberichte, aber auch digitale Bilder der zerstörten Frauenkirche und alte Bauzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert.
Das digitale 3D-Modell der Dresdner Frauenkirche war dabei nicht nur für die Arbeit der Architekten und Handwerker wichtig, sondern auch für potenzielle Geldgeber und Investoren. Denn sie konnten sich – lange bevor noch der erste Stein zum Wiederaufbau gesetzt wurde – anhand der dreidimensionalen Simulation ein realistisches Bild von der „echten“ Frauenkirche machen und so eine fundierte Entscheidung für ihre Investitionen treffen. Auch der komplette Wiederaufbau, von der Ruine bis zur Fertigstellung der Kuppel, wurde zuerst mit CATIA simuliert, kalkuliert und dann in die Tat umgesetzt.
Diese Vorgehensweise mit Hilfe digitaler 3D-Modelle und entsprechender Konstruktionssoftware hat nicht nur die Entscheidung für den Wiederaufbau positiv beeinflusst, sondern auch dazu geführt, dass dieses Großbauprojekt – als eines der wenigen in Deutschland – im vorgegebenen Zeit- und Finanzrahmen blieb.
IBM zeigt dieses Modell nicht nur bei der Sonderaustellung anlässlich der "Woche der Informatik", sondern stellt die Computersimulation auch per Download der Öffentlichkeit zur Verfügung. Jeder interessierte kann an seinem eigenen PC einen virtuellen Spaziergang durch die Dresdner Frauenkirche verwirklichen und dabei die seinerzeitige Entscheidung für den Wiederaufbau nachempfinden.
Der Rundgang führt durch den barocken Innenraum mit den fünf halbkreisförmig angeordneten Emporen, die auf Kanzel, Altar und Orgel ausgerichtet sind. Dabei werden Pfeiler, Statuen, Bilder und auch die Orgel detailgetreu wiedergegeben, von dieser ist sogar jede einzelne Taste zu sehen.
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